

Seit März 2020 wohne ich nun schon 5 Jahre auf der wunderschönen Insel Mallorca.
Davor arbeitete ich in einem Hotel in Berlin und wollte unbedingt noch einmal was Neues ausprobieren. Ich dachte mir jetzt oder nie. Australien sollte es sein. Es stand ganz oben auf meiner Liste. Doch es war komplizierter als erwartet und so bekam ich durch Zufall den Vorschlag von einem guten Freund eine Saison auf Mallorca mit ihm zu arbeiten. Mein erster Gedanke war „Nein!“ in dieser Touristenhochburg niemals. Da bekommen mich keine 10 Pferde hin aber nach näherer Auseinandersetzung mit Mallorca, der Umgebung, dem Hotel und allem was dazugehörte ging es dann doch recht schnell und ich kündigte meinen Job und zog einen Monat später nach Mallorca. Es ging alles Schlag auf Schlag, Kisten wurden gepackt und zu Mama transportiert, meine Wohnung wurde untervermietet und ganz plötzlich war er da, der Tag der Auswanderung. Ich hatte nur den Job mehr nicht. Am Anfang wohnte ich bei dem befreundeten Paar. Doch nach 2 Wochen zog ich in das dafür vorgesehene Staffapartment vom Hotel da ich den beiden nicht zur Last fallen wollte. Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig wäre eine Wohnung zu finden aber die Sprachbarriere war doch sehr groß, da ich eigentlich gar kein Wort Spanisch sprach bis auf „Hola“ und „Que tal?“.
Zusätzlich brauchte ich unbedingt ein Auto da mein Job mit Bus quasi nicht erreichbar war. Nach langer Recherche fand ich eine Autovermietungsfirma. Ein Auto für 400€ für 2 Monate war ein absoluter Jackpot. Ebenso der Anruf von einem Eigentümer den ich kontaktiert hatte. Er gab mir die Nummer von einem anderen Bekannten und so fand ich meine kleine etwas baufällige Wohnung in der Nähe von Palmanova. Die Wohnung war perfekt, der Strand 15 Minuten zu Fuß erreichbar und aus meinem kleinen Badfenster konnte ich sogar die Wellen sehen. Auch mit dem Auto war ich innerhalb von 15 Minuten auf Arbeit. Es lief alles wie am Schnürchen.
Jedoch fiel es mir am Anfang sehr sehr schwer Anschluss zu finden. Klar ich hatte mein befreundetes Paar und es waren auch noch ein paar andere Deutsche da, die nach und nach kamen. Aber den Anschluss zu den Leuten auf der Insel oder zu den Leuten auf Arbeit fand ich nicht sofort es dauert eine ganze Weile. Ganz am Anfang wäre ich am liebsten sofort wieder nach Hause gefahren. Ich fühlte mich allein.
3 Monate später…
Ich begann einen Spanischkurs. Und langsam fand ich Anschluss. Wir gingen nach der Arbeit feiern oder verbrachten freie Tage am Strand. Oft gingen wir nach der Arbeit nachts, da ich Spätdienst hatte, in Bars oder ans Meer, aßen Burger, tranken Bier und genossen das Leben. Bei einen dieser Abende lernte ich auch meinen Freund und den Vater unserer Tochter kennen.
Als die Saison beendet war, fragte er mich ob ich das daraufkommende Jahr zu ihm ziehen würde. Fast 5 Jahre später leben wir immer noch auf der Insel, mit unsere Hund und unser wundervollen Tochter.


